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Dienstag, 7. Februar 2012
Transcamion
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 11. August 2008 )
 

Skandalthema: LKW-Parkplätze 1. Teil

Kein Platz für müde Trucker!

Direkt an der BAB 8 - hier verfallen 30 LKW-Parkplätze!
Direkt an der BAB 8 - hier verfallen 30 LKW-Parkplätze!

 

Fahrer und Unternehmer müssen ausbaden, was die Politik verschlafen hat! Die Versäumnisse wurden aber nicht nur in der Vergangenheit begangen, sondern auch heute verspielt die Regierung durch Fantasielosigkeit und Bürokratismus wichtige Ressourcen. Die meisten Planungen sind nicht geeignet, die Probleme dauerhaft zu lösen, sondern bereiten schon das Verkehrschaos von morgen vor. Der Skandal: ca. 10 bis 15 % der bestehenden LKW-Parkplätze werden zweckentfremdet oder verrotten ungenutzt. Mit etwas Kreativität und Entschlossenheit könnten nach Hochrechnungen von Camion Pro bis zum Jahresende ca. 5.000 LKW-Parkplätze gewonnen werden. Und das mit nur geringem finanziellen Aufwand! Camion Pro zeigt, was schief läuft, was geändert werden muss und stellt sein Sofortprogramm "5.000 LKW-Parkplätze" vor.

 

 Fakten und Zahlen

An deutschen Bundesfernstraßen fehlen bereits seit Jahren ausreichende Parkplätze für deutsche und ausländische LKW. Es gibt zur Zeit rund 21.000 ausgewiesene LKW-Stellplätze an bundesdeutschen Autobahnen an 430 bewirtschafteten und 1.520 unbewirtschafteten Rastanlagen. Zusätzlich bestehen ca. 18.500 Stellplätze an Autohöfen (Quelle BMVBS, VEDA). Damit besteht Parkraum für insgesamt ca. 39.500 Fahrzeuge.

Laut Bundesamt für Güterverkehr sind gegenwärtig rund 37.000 ausländische LKW auf deutschen Fernstraßen unterwegs, hinzu kommen rund 210.000 registrierte Fernverkehrszüge aus Deutschland. Insgesamt sind in Deutschland über 2,5 Millionen Lastkraftfahrzeuge registriert. Somit kommen auf einen Stelleplatz etwa sieben LKW.

 

Zu wenig - zu spät! Die sträflichen Unterlassungen in der Vergangenheit!

Das Bundesverkehrsministerium hat seit 1995 dem LKW-Stellplatzmangel mittels eines Sonderprogramms zum Neu- und Ausbau von Rastanlagen auf Bundesautobahnen entgegen zu wirken versucht. Auch wurde eine Verlängerung dieses Aus-bauprogramms bis zum Jahr 2015 erreicht. Es ist mit jährlich 25 Mio. Euro und insgesamt 220 Mio. Euro ausgestattet. Für 2008 beträgt das Investitionsvolumen 35 Mio. Euro - die Finanzierungskosten für einen Stellplatz belaufen sich auf 31.000 Euro. Daraus ergibt sich, dass 2008 nur etwa 1.130 Stellplätze gebaut werden können. Insgesamt sollen 11.000 neue Plätze gebaut werden und damit die Zahl an Bundesfernstraßen um 50 % erhöht werden. Darüber hinaus fanden Anfang März dieses Jahres in vier Nächten Erhebungen statt, deren Auswertung für den Sommer 2008 angekündigt wurden. Zusätzlich wurde im BMVBS eine Projektgruppe eingerichtet, die in Zusammenarbeit mit den Auftragsverwaltungen die Ausbauplanungen an den Rastanlagen  forciert und den Ausbau der Telematik vorantreibt, um den Parksuchverkehr zu vermindern.


Die eingeleiteten Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus!

Jedoch wird selbst diese Verdoppelung der Parkflächen bis 2015 nicht annähernd zu einer entspannten Parkplatzsituation führen können, da der derzeitige Bestand den bereits jetzt bestehenden Bedarf bei weitem nicht abdeckt.

Die Investitionsausfälle in Milliardenhöhe zum Ausbau der Bundesfernstraßen und Parkmöglichkeiten finden ihre Ursache in den Versäumnissen der Verkehrspolitik in den Jahren 2004 bis 2006 mit der unkoordinierten Ablösung der Autobahnvignette durch die LKW-Maut über die Toll Collect GmbH.

Im Grunde müsste die Bundesanstalt für Straßenbau (BAST) einen aktuellen Überblick über den Parkplatzausbau haben. Gleiches gilt für die Autobahndirektionen und Autobahnmeistereien der Auftragsverwaltungen. Hält man sich zudem vor Augen, dass die nationalen Wirtschafts- und Verkehrsinstitutionen und letztlich auch die der EU die Lizenzen für den gewerblichen Güterverkehr vergeben, so muss sich ein erheblicher Anstieg der Tonnen-Kilometer längst abgezeichnet haben.

Im Jahr 2015 wird der Straßengüterfernverkehr 70 Prozent der gesamten Verkehrsleistung ausmachen. Dies geht aus einer Verkehrsprognose des Bundesministeriums für Verkehr (BMVBS) hervor. Die bereits jetzt bestehende Parkplatznot wird noch dramatischere Ausmaße annehmen, wenn nicht endlich und schnellstens reagiert wird.


Wer trägt an diesem Grauen letztendlich die Schuld? Fehlende Parkplätze kosten Menschenleben!

Das größte Problem der derzeitigen Situation ist die drohende Missachtung der Lenk- und Ruhezeiten, wenn nämlich die LKW-Fahrer nicht in angemessener Zeit vor dem Ablauf der legalen Lenkzeit einen Parkplatz gefunden haben. Dadurch sinkt die Verkehrssicherheit dramatisch. So kommt eine Untersuchung des ADAC zu dem bedenklichen Ergebnis, dass alljährlich in Deutschland in Folge einer Übermüdung des LKW-Fahrpersonals 20 Menschen getötet und 350 verletzt werden. Nordrhein-Westfalen fordert in diesem Zusammenhang, kurzfristig Parkplätze auf Messegeländen und vor Sportstadien bereit zu stellen, bis die Parkplatznot behoben ist  (dpa). Das BMVBS hat eine Studie zur Bedarfsermittlung angekündigt (dpa).

Ja - es wurde geschlafen, offenbar in Berlin und in Brüssel!

 

Wer Gesetze erlässt, muss auch deren Einhaltung sicher stellen!

Ein Ärgernis sowohl für den betroffenen LKW-Fahrer als auch für die überwachenden Beamten von Polizei und Bundesamt für Güterverkehr (BAG) ist eine fehlende einheitliche Handhabung von Bußgeldbescheiden wegen zu langer Lenkzeiten. Einfach nicht hinnehmbar sind eben auch unterbrochene Ruhezeiten wegen Parkplatzsuche oder gar Platzverweise bei unzulässigem Parken. Oft bleibt dem Fahrer nur die Möglichkeit, seinen LKW an einer Parkplatzdurchfahrt, einem Halteverbot oder einem sonstigen Nebenbereich der Autobahn abzustellen. Es ist bekannt, dass sich in der Nachtzeit auf Strecken von mehr als 50 km kein freier Parkplatz finden lässt. Dem ortsunkundigen Fernfahrer wird eine Überschreitung seiner Lenkzeit oder unzulässiges Parken mit dem Risiko einer Unterbrechung seiner fälligen Ruhezeit zugemutet.


Camion Pro fordert: Aussetzung von Bußgeldern

Vor diesem Hintergrund erklärt sich die eindringliche Forderung von Camion Pro, auch grenzüberschreitend Bußgelder auszusetzen, die im Zusammenhang mit dem Parksuch-Verkehr verhängt werden.

Es ist nicht hinnehmbar, dass ein Fernfahrer, der in Deutschland  verzweifelt auf der Suche nach einem Parkplatz 20 Minuten länger als zulässig fährt, oder wegen eines Platzverweises durch die Polizei seine Ruhezeit unterbrechen muss, um einen legalen Stellplatz zu finden, in Frankreich oder Belgien mit horrenden Geldbußen belegt wird.

Damit diesem skandalöse Missstand auch auf EU-Ebene durch rasche und einheitliche Regelung und Weisung ein Ende bereitet werden kann, sind die europäischen Politiker in Brüssel und Straßburg dringendst gefordert, durch rasche und einheitliche Regelung und Weisung ein Ende zu bereiten!


Die Verkehrssituation wird sich weiter verschärfen

Dies liegt wesentlich an der zentralen Lage Deutschlands auf Grund der EU-Osterweiterung im Mai 2004. Hinzu kommt, dass es nicht leicht ist, das Baurecht an Bundesautobahnen zu erlangen. Dazu bedarf es grundsätzlich einer Planfeststellung zur Änderung der Bundesfernstraße. Auch eine Verdoppelung oder Vervierfachung der Kapazitäten der Bundesschienenwege würde das Wachstum des Güterkraftverkehrs nur höchst unvollständig kompensieren. Die einzige realistische Möglichkeit, rasch dem Parkplatzmangel zu begegnen, ist der bedarfsgerechte Ausbau von Autohöfen und Gewerbegebieten in der Nähe der BAB. Hier könnten durch Verkehrsleitsysteme und in Zusammenarbeit mit den Kommunen in relativ kurzer Zeit etliche Tausend Stellplätze realisiert werden. Außerdem sind bundesweit ca. 5.000 LKW-Parkplätze völlig sinnlos gesperrt: So werden z. B. große Parkplatzflächen dauerhaft blockiert, nur damit sie für sporadisch stattfindende polizeiliche Kontrollmaßnahmen zur Verfügung stehen. Ebenso werden etliche Parkplätze als Lagerstätten für Baumaterial von den Autobahnmeistereien zweckentfremdet. Dann sind da auch noch die zahlreichen Dauersperrungen teilweise großer Parkplätze, für die sich dem Laien wahrhaftig kein Grund erschließen will - es sei denn, dass ungepflegte Randbotanik ein Parkhindernis darstellt!

Lesen Sie im 2. Teil zu unserem Skandalthema:

Die Parkplatzkiller - wie Behördenschlendrian und Gedankenlosigkeit Tausende von LKW-Parkplätzen vernichten

 

   
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Skandalthema: LKW-Parkplätze 1. Teil

Geschrieben von: Claudia Vossel () am 04-08-2008 08:08

Skandalthema: LKW-Parkplätze 1. Teil

Geschrieben von: Claudia Vossel am 04-08-2008 08:08

Zeit wird's, dass was passiert!

 

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