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Montag, 15. März 2010
Transcamion
Skandalthema: LKW-Parkplätze 3. Teil PDF Drucken E-Mail
Letzte Aktualisierung ( Montag, 13. Oktober 2008 )
 

Skandalthema: LKW-Parkplätze 3. Teil

"Truck-O-Phobie"

Deutschland leidet seit Jahren an einer mysteriösen und kaum erforschten Krankheit: der Truck-Anliefern, abladen - abhauen!O-Phobie.  Die Truck-O-Phobie geht einher mit der Automania, einer krankhaften Entwicklung unserer Konsum- und Technikgesellschaft. Da beide Krankheitszustände in direkter und untrennbarer Wechselwirkung zu einander stehen, verwundert es nicht, dass in Deutschland die Symptome epidemiehaft und weit stärker als in anderen Industrienationen auftreten.
Die Truck-O-Phobie ist aber inzwischen weit mehr als der "Tick" einer egozentrischen und bornierten Industriegesellschaft. Tatsächlich kostet diese Krankheit inzwischen Menschenleben! Sie ist in erster Linie verantwortlich für die katastrophalen Verhältnisse auf unseren Autobahnen, Rastanlagen und Autohöfen und gefährdet damit konkret die Verkehrssicherheit.


Wie bei allen Geisteskrankheiten halten sich die Betroffenen für gesund und ihre Phobie für eine normale Reaktion auf eine für sie gefährlich wirkende Umwelt. Betroffen sind hierzulande nach der epidemieartigen Ausbreitung alle Bevölkerungsschichten, angefangen bei Verkehrsteilnehmern (vor allem wenn er weniger als sechs Räder an seinem fahrbaren Untersatz hat) bis hin zu Spitzenpolitikern, Landräten, Bürgermeistern und Top-Managern sowie Staatsdienern in einschlägigen Positionen, und das in erschreckendem Ausmaß.

Camion Pro hat wichtige Fakten über die kaum erforschte Krankheit gesammelt und sich auf die Suche nach Betroffenen gemacht. Dabei entstanden teilweise schockierende Bilddokumente der Truck-O-Phobie.Ursache der Truck-O-Phobie scheint die Automania zu sein, die anfangs unbemerkt durDiese Beschilderung ist eindeutig "krank"!ch die Massenmotorisierung auf unseren Straßen um sich griff. Die Autobahnen, die ursprünglich wie alle anderen Verkehrsträger den Warenverkehr bzw. militärischen Versorgungsausgaben dienen sollten, waren bald durch Personenverkehr überlastet. Während bei anderen Verkehrsträgern z. B. Bahn-, Schiff- oder Flugverkehr bis heute noch der "gesunde Menschenverstand" die Oberhand behielt, währte die Inkubationszeit der Truck-O-Phobie auf den Straßen nur wenige Jahre.

LKWs, die auf der Autobahn ihren Dienst versahen, kamen schon bald mit den Interessen des Individualverkehrs in Konflikt und gerieten ins Visier der von PKWs dominierten Automobilverbänden, die zum Ausbruch der Truck-O-Phobie in den 60ern und 70ern des vergangenen Jahrhunderts entscheidend beitrugen. Schon bald zeigten sich erste Frühsymptome wie z. B. LKW-Überholverbote, die jedoch nicht den LKW-Verkehr zugunsten der PKWs behinderten. Als dann das LKW-Samstagsfahrverbot in den Sommerferien auf Autobahnen ausgerufen wurde, hätte der gut informierte Virologe schon das Vollbild der Truck-O-Phobie diagnostizieren können! Schließllich gilt bei allen anderen Verkehrsträgern: Gewerbe- vor Individualverkehr! Jeder Wind-Surfer lernt schon bei seiner Ausbildung am Baggersee, dass er der gewerblichen Schifffahrt (z. B. Fischerbooten) Platz zu machen hat. Kein Hobby-Kapitän würde auf einer Wasserstraße auf die Idee kommen, Kurs auf einen Lastenkahn zu nehmen und verlangen, dass ihm der Schubverband ausweicht. Brummis not (never) wanted!Ein Fluglotse, dem man erzählt, er solle die 747 der DHL in die Warteschleife schicken, damit ein Privatflieger mit seiner kleinen Cessna zuerst landen könne, würde wahrscheinlich vor Lachen auf allen Vieren durch den Kontrollturm kriechen. Ein Blick auf die nicht vom Virus befallene Vergleichsgruppe anderer Verkehrsträger zeigt eindrucksvoll, wie weit vorgeschritten das Krankheitsbild im Bereich Kraftverkehr ist. Soweit, dass wir, die Leidtragenden der Epidemie, die Vorzeichen, unter denen bei uns Straßenverkehr "organisiert" wird, nicht mehr wahrnehmen. Kaum Widerspruch, als Tiefensee  (wie auch seine Vorgänger ein "Dauerausscheider" des Truck-O-Phobie-Virus bzw. des Automania-Virus) verkündet, dass es in Deutschland keine PKW-Maut geben wird! Und das, obwohl gerade der wachsende Individualverkehr Deutschland an den Rand des Verkehrsinfarkts bringt. Währen d alle ausländischen Transitländer Maut- bzw. Straßennutzungsgebühren für ausländische PKWs verlangen. In Deutschland fahren also weiterhin ausländische PKWs kostenlos! Aber über eine Anhebung der LKW-Maut wird nachgedacht, obwohl sich alle Fachleute einig darüber sind, dass sich dies katastrophal auf die gesamte deutsche Speditionsbranche auswirken wird. Nun hat sich gerade diese Branche in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Arbeitgeber entwickelt, abgesehen von den vielen Kleinunternehmensgründungen, die diese zusätzlichen Kosten schlichtweg nicht auch noch (er)tragen können..

Erschreckend ist aber und das ist kennzeichnend für das Finalstadium der Truck-O-Phobie, dass inzwischen irrational Verordnungen und Gesetze weit ab der betroffenen Autobahnen erlassen werden. Der Individualverkehr profitiert hiervon nicht mehr - im Gegenteil. Es scheint, als würde niemand mehr fragen, wem ein Gesetz oder Verbot nutzt - Hauptsache, es behindert den LKW! Unsere Gesellschaft hat damit wohl den Höhepunkt der Truck-O-Phobie erreicht.
Camion Pro hat den "Patienten Deutschland" da aufgesucht, wo der LKW eigentlich kaum Berührungspunkte mit dem PKW hat und was bis vor Kurzem als eines der letzten Rückzugsgebiete der geschundenen Spezies gal: das Industriegebiet!
Reichlich Parkplätze - nur für Kunden!Die erschreckende Feststellung: Hier wo Ladungen umgeschlagen werden und LKWs Ihr ursprüngliches und natürliches Betätigungsfeld haben, hat die Truck-O-Phobie bereits ihr Endstadium erreicht und ist damit ganz entschieden für die unübersehbaren Schäden im Organismus Straßenverkehr verantwortlich.

Das Chaos auf den Autobahnen hat viele Ursachen: Die seit Jahrzehnten unterbliebenen Investitionen beim Ausbau von Autobahn-Rastanlagen ist nur eine davon. Dass die LKWs nicht neben der Autobahn, also vor allem bei ihren Zieladressen, Park- und Ruheraum finden, ein anderer. Hier fehlen dringend benötigte gesetzliche Vorlagen! Da werden Gewerbegebiete mit Disco-Tempeln und Schnellrestaurants zu Feierband- und Wochenend-Partyzonen umgestaltet. Die Entwicklung, dass Einzelhandelsketten ihre Niederlassungen zu monströsen Konsumumschlagseinrichtungen ausgebaut haben, ist ein weiterer Grund für die Zweckentfremdung der Industrie- und Gewerbegebiete. Der Einzelhandel wird vor die Tore der Stadt ausgelagert - das sorgt nicht nur für das viel beklagte Syndrom "ausgestorbener Innenstädte" vor allem nachts. Das Begehren, in Gewerbegebieten ein kundengerechtes Umfeld zu schaffen, geht hier voll auf Kosten derer, die die Versorgung mit Waren erst ermöglichen. Um es mal deutlich zu sagen: Gewerbegebiete sind keine Partyzonen und LKWs sind dort keine feindlichen Fremdkörper. Der Ladeverkehr ist der eigentliche Sinn der Gebiete, deshalb wurden sie aus den Wohngebieten ausgelagert. Im internationalen Warenstrom haben LKW-Fahrer, die von weit her anliefern, Anspruch auf Park- und Ruheraum gerade dort, wo sie von den Adressaten so dringend benötigt werden. Schließlich wird von der modernen Logistik und somit von den Menschen, die in ihr arbeiten, erwartet, dass die "just in time"-Anforderungen erfüllt werden.

Die derzeitigen Regelungen dienen nicht der Transportbranche geschweige denn den LKW-Fahrern, sondern ausschließlich einem kostengünstigen Transport unserer Industriegüter. Vom Gesetzgeber werden Fahrern und Unternehmen immer aufwendigere Auflagen gemacht. Auflagen, die so kaum noch zu erfüllen sind, so dass es an konsequenter Umsetzung der Voraussetzungen fehlt. Die Branche und vor allem die Menschen, die hier tätig sind, werden zwischen den Mühlsteinen der verfehlten Verkehrspolitik, der gesellschaftlichen Truck-O-Phobie  und den Anforderungen der Wirtschaft aufgerieben.

Mündige und verständige politische Entscheidungen, die sich vom Zeitgeist der Truck-O-Phobie nicht beirren lassen, sind dringend gefragt.

Camion Pro hat einen wichtigen Punkteplan aufgestellt, um diese Bemühungen zu unterstützen.

* Freigabe der an den BAB vorhandenen Einrichtungen, die für Polizeimaßnahmen gesperrt sind, soweit nicht der Betrieb von Sicherungseinrichtungen beeinträchtigt wird!  

* Freigabe von exklusiven Stellplätzen auf Autohöfen für den Schwerlastverkehr und deren konsequente Überwachung durch Sicherheitspersonal!

* Generelles Parkverbot und dessen Überwachung für Wohnmobile und Gespanne auf LKW-Stellplätzen der BAB und der Autohöfe!

* Erteilung von Ausnahmegenehmigungen zum Befahren Autobahn naher Straßen zur Aufsuche von Stellplätzen, auch wenn diese Straßen ursprünglich für den Schwerlastverkehr gesperrt sind, um die Einkünfte aus der LKW-Maut ab zu sichern!

* Grenzüberschreitende Aussetzung von Bußgeldern, die im Zusammenhang mit dem Parksuchverkehr in Folge der Nichteinhaltung resp. Unterbrechung der Ruhezeiten durch Umparken verhängt werden!

* Bei Ausweisung von Gewerbezonen ab einer bestimmten Größe soll der nationale Gesetzgeber die jeweilige Kommune verpflichten, geeignete LKW-Stellplätze mit sozialer Infrastruktur bereit zu stellen!

* Einrichtung von Notparkraum in Autobahn nahen Industriegebieten. Aufhebung von LKW-Parkverboten in Gewerbegebieten, die nicht der Verkehrssicherheit dienen. Brach liegende Parkplätze müssen, wenn nötig nach provisorischer Sanierung, dem Verkehr übergeben werden!


 


   
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Volltreffer

Geschrieben von: Udo Blöcher () am 25-10-2008 11:51

Volltreffer

Geschrieben von: Udo Blöcher am 25-10-2008 11:51

Das ist ein wunderbarer Artikel der unsere Situation voll wiedergibt. Leider gibt es nur sehr wenige Menschen die das interessiert. Wir sollten dafür sorge tragen dass sich das ändert. Ist die Initiative Pro Lkw vielleicht ein Lösungsansatz? www.prolkw.de

 

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Treffend, aber begrenzt in der Wirkung

Geschrieben von: Chris Göllner () am 15-10-2008 14:03

Treffend, aber begrenzt in der Wirkung

Geschrieben von: Chris Göllner am 15-10-2008 14:03

Treffende Diagnose, krankt aber am gleichen Problem wie sämtliche ähnlich gelagerte Artikel. Wir schmoren im eigenen Saft und bemitleiden uns selbst. Aber warum findet man so etwas nicht in Magazinen für Wohnmobilisten oder in ADAC-Heftchen? Warum keine Anzeigen, die LKW-Fahrer als Menschen darstellen? Und zwar in ganz normalen Zeitungen und Zeitschriften. Warum nicht wenigstens die Aufforderung, diese Diagnose zu kopieren und in den Weiten des Internet zu verbreiten, auf dass möglichst viele Leute das lesen, die uns normalerweise nur als plötzlich ausscherende "Rennelefanten" wahrnehmen?

 

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Die Wahrheit

Geschrieben von: Andreas Stollmann () am 14-10-2008 06:09

Die Wahrheit

Geschrieben von: Andreas Stollmann am 14-10-2008 06:09

Diese Artikel ist einfach Spitze und beschreibt exakt das Problem, mit dem wir Fahrer täglich konfrontiert werden.

 

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