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Freitag, 19. März 2010
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Skandal um Anita Würmser: Vogelverlag trennt sich von umstrittener VR-Chefredakteurin PDF Drucken E-Mail
Letzte Aktualisierung ( Freitag, 11. September 2009 )
 

Anita Würmser auf der IAA
Anita Würmser auf der IAA
Skandal um Anita Würmser: Vogelverlag trennt sich von umstrittener VR-Chefredakteurin

München: Wie der Vogelverlag in einer Pressemitteilung kürzlich erklärte, schied die bisherige Chefredakteurin Anita Würmser zum 1.9.09 nach eigenem Wunsch aus dem Verlag aus. Weitere Einzelheiten oder Hintergründe wurden aus dem Münchner Verlag hierzu nicht genannt. Unumstritten war die Redakteurin an der Spitze der Verkehrsrundschau jedenfalls nicht und Insider spekulierten schon länger über ein Ende der "Ära Würmser".

 

Camion Pro erhob im Sommer 2008 im Zusammenhang mit einem Bericht der Verkehrsrundschau über die Firma Roth Eurologistik schwerwiegende Vorwürfe gegen die Chefredaktion. Die Verkehrsrundschau behauptet damals, Camion Pro würde die Fa. Roth Eurologistik zu Unrecht attackieren, und stellte dem Unternehmen quasi einen "Persilschein" aus - und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Staatsanwaltschaft auf Hochtouren gegen den Herxheimer-Familien-Clan ermittelte und viele der VR-Leser zu den Opfern zählten. Dieser Bericht schlug für Monate erhebliche Wellen. Einer Rüge des Presserats entging die Verkehrsrundschau vermutlich nur knapp. Dieser prüfte zwar den Fall, erklärte aber, dass die Verkehrsrundschau, aufgrund der besonderen Stellung, als Publikation der Berufsgenossenschaft nicht unter die Kontrolle des Presserats falle. Nichtsdestotrotz: Fachjournalisten aus verschiedenen Redaktionen wunderten sich über diesen peinlichen Bericht. Mit der Veröffentlichung praktizierte die Verkehrsrundschau nicht nur katastrophalen Journalismus, sondern setzte sich auch dem Verdacht aus, dass sie einseitig, zugunsten ihres Dauerinseratskunden Eurologistik Roth, die eigenen Leser falsch informierte. Speziell Anita Würmser zeigte dabei nicht nur ein unglückliches Krisenmanagement, sondern war nach Ansicht von Camion Pro sogar die treibende Kraft. Anstatt den falschen Bericht klarzustellen, versuchte die Verkehrsrundschau, Camion Pro e.V. mit einer Flut an Unterlassungsklagen an seiner Kritik zu hindern. Anita Würmser erschien dabei auch persönlich vor dem Landgericht in München und erfuhr hautnah eine peinliche Niederlage. Das Gericht befand den größten Teil der Aussagen von Camion Pro für rechtmäßig. Dies kostete den Arbeitgeber von Frau Würmser dann nicht nur etwa einen knappen fünfstelligen €-Betrag, sondern auch erhebliches Ansehen. Das Oberlandesgericht erklärte im Dezember 2008 auch in zweiter Instanz viele Aussagen für rechtens. Darunter auch die Feststellung "Anita Würmser ist in den Skandal (Berichterstattung über Roth) verwickelt" oder "So verdient die Verkehrsrundschau an Wirtschaftskriminalität". Im April 2009 ist die Firma Roth schließlich spektakulär in Insolvenz gegangen. Die Redaktion FERNFAHRER stieß bei Ihren Recherchen über Roth im Mai 2007 und Juni 2009, anders als die Reporter aus München, auf haufenweise Betrugsvorwürfe und Geschädigte.

Die wahren Hintergründe über das Ausscheiden der Anita Würmser bei der Verkehrsrundschau werden nicht genannt. Eines steht fest: Für einen seriösen Verlag war eine Anita Würmser spätestens seit den Vorkommnissen mit Camion Pro eine erhebliche Belastung. Das Ausscheiden von Frau Würmser bringt dem seriösen Journalismus in München und in der Logistiksparte im Allgemeinen einen echten Gewinn.

 

   
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