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Künftig kein Versicherungsschutz für Frachten aus Internetfrachtbörsen?  Kein Versicherungsschutz für Ladung aus Frachtbörsen?
Kriminelle missbrauchen immer häufiger Internetfrachtbörsen für ihre gut organisierte Wirtschaftskriminalität. Geschädigte sind aber nicht nur Frachtführer, sondern aufgrund der „neuen Masche“ zunehmend auch Befrachter und CMR-Versicherer. Dies könnte schon bald zu schwerwiegenden Konsequenzen im Versicherungsschutz führen!
Europas CMR-Versicherer haben im Jahre 2010 nahezu 700 Millionen Euro Schadenaufkommen durch „auffällige Transporte“, die über Frachtbörsen vermittelt und auf dem Transport abhanden gekommen sind, zu verzeichnen gehabt. Das Konzept der Kriminellen ist einfach. Ganoven erschlichen sich als Spediteure „getarnt“ Zugang zu Frachtbörsen. Dazu werden entweder Unterlagen fingiert oder bereits existierende Firmen, die z. B. kurz vor der Insolvenz stehen, günstig gekauft. Das „Unternehmen“ übernimmt dann „offiziell“ von bereits ausgespähten Befrachtern zumeist wertvolle Ladung. Die LKW werden nicht selten von arglosen Fahrern oder Subunternehmern gesteuert, die von den kriminellen Machenschaften keine Kenntnis haben. Die Transporte werden dann kurzfristig umgeleitet und umgeladen. Mit neuen Papieren „verschwinden“ dann ganze LKW-Konvois in der Anonymität des europäischen und internationalen Warenstroms. Mit der Ladung verschwinden dann auch die Firmeninhaber und Drahtzieher. Rote Karte für Frachtbörsen? Einige CMR-Versicherer überlegen offenbar nun, entweder die Haftung für über Frachtbörsen abgeschlossene Aufträge nicht mehr zu versichern oder, wenn doch, die Prämien kräftig anzuheben oder hohe Selbstbehalte einzuführen. Die von Camion Pro angebotenen Gruppentarife sind hiervon nicht betroffen. Camion Pro hat für seine Mitglieder geschlossene Gruppentarife, die auf Grundlage einer eigenen Schadenentwicklung berechnet werden. Nach Rücksprache mit den Versicherern sind bisher unter den Camion-Pro-Mitgliedern Missbrauchsfälle in der beschriebenen Form nicht zu verzeichnen gewesen. Weder Beitragsanpassungen noch Haftungsausschlüsse bei Nutzung von Frachtbörsen sind daher bei den Camion-Pro-Mitgliedstarifen zu erwarten.
Die Versicherer empfehlen allen Befrachtern, sich die Auftragnehmer genauestens anzuschauen und Hintergrundrecherchen zu betreiben, bevor Aufträge vergeben werden. Eine Dienstleistung, die Camion Pro e.V. schon seit vielen Jahren über seine CargoCop-Wirtschaftsauskünfte Mitgliedern und Nichtmitgliedern anbietet.
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