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Dienstag, 7. Februar 2012
Transcamion
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 15. Juli 2008 )
 

Leipziger Volkszeitung, Wirtschaft, Oktober 2003 Leipziger Volkszeitung, Wirtschaft, Oktober 2003:

"Schutzverein macht mobil gegen Betrug in der Transportbranche" 

Bericht der Leipziger Volkszeitung über den Kampf von Camion Pro e.V. gegen das Leipzigsyndikat. (1/4 Seite)

 

 

 

Die Schutzgemeinschaft der Transportbranche Camion Pro macht in Sachen Speditions-Betrug Druck. "Es gibt hier eine hohe kriminelle Energie", sagte Vorsitzender Andreas Mossyrsch gestern in Leipzig. Hintergrund sind eine Reihe von Unternehmen im Raum Halle-Leipzig, die in den vergangenen Jahren einen Millionenschaden angerichtet haben sollen. Die Speditionen, die unter anderem unter TLU, LCL, TES und zu­letzt FL&S firmierten, standen direkt oder indirekt immer unter der Führung eines Klaus Lehmann und landeten früher oder später alle in der In­solvenz (wir berichteten). Nach Aussage von Camion Pro wurden durch die Firmenlenker hunderte Transportunternehmen und Angestellte um mindestens zwölf Millionen Euro betrogen.
"Über verschiedene Wege wie zum Beispiel Frachtbörsen wurden Aufträge akquiriert und an Subunternehmen weitergegeben", erläuterte Mossyrsch das Vorgehen.

"Eine Bezahlung an die Subunternehmen erfolgte aber in der Regel nicht." Die Gelder seien vielmehr in die eigene Tasche gesteckt worden, so der Camion-Pro-Vorsitzende.
Weitere Leidtragende waren die An­gestellten. So ist eine Vielzahl von Mit­arbeitern über das Arbeitsamt eingestellt worden, für die es nach eigenen Aussagen aber keine sinnvolle Tätigkeit gab. Für sie sollten, so heißt es, vielmehr die Fördermittel vom Arbeitsamt eingestrichen werden. Von den Mitarbeiter selbst hat jedoch kaum einer Lohn erhalten.
"Anhand der Situation müssen wir zunächst alle Stellenangebote anneh­men", sagte gestern Hermann Leist­ner, Sprecher des Leipziger Arbeits­amtes. Sobald es von Bewerberseite Klagen gebe, werde jedoch reagiert. Im Fall der LCL wurde so die Vermitt­lung von Arbeitskräften schließlich eingestellt.

Eine Verquickung zur Nachfolgefirma FL&S wurde leider erst später bekannt. "Fördermittel wurden von unserer Seite aber abgelehnt", berichtete Erika von Scheven, Leiterin der zuständigen Geschäftsstelle in Delitzsch. Während derzeit die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die Firmen-Verantwortlichen andauern, fordert Andreas Mossyrsch effektivere Methoden der Strafverfolgung und gesetzliche Maßnahmen zum Schutz kleiner Transportunternehmen. "Diese werden durch solche Machenschaften in ihrer Existenz bedroht." Es dürfe nicht sein, dass immer wieder die gleichen Leute mit derselben Masche auftreten könnten, so der Vereinsvorsitzende. Durch das öffentliche Anprangern habe Camion Pro den Firmen den Zufluss weiterer Aufträge zwar schon abschneiden können. Doch leider seien die Betrügereien kein Einzelfall.

Sabine Schanzmann
 

   
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